1963_08
Geboren wurde ich am 22.April 1963 in Essen und gewohnt habe ich die ersten Jahre meines Lebens zusammen mit meiner Schwester und meinen Eltern auf der Raumer Str. in Frohnhausen.
Mein erster Kindergarten lag auf dem Postreitweg, doch schon bald nach meiner Aufnahme in den Kindergarten zogen meine Eltern das erste Mal mit mir um.
Es ging nach Haarzopf auf die Humboldtstr. und hier verlebte ich die schönste Zeit meines Kinderlebens. Daß das Haus alt, zugig und windschief war, merkte ich damals noch nicht. Wir hatten nur einen Ofen und der stand im Wohnzimmer. Im Winter muss es bitterkalt in diesem Haus gewesen sein, in meiner Erinnerung ist aber alles nur herrlich gewesen.


An dem Haus lag nämlich ein riesiger Garten. Das Grundstück war so ca. 10m breit und 100m lang. Wir hatten alles was ein Kinderherz begehrt. Wiesen, einen Sandkasten, eine Schaukel ein blau-gelbes Gummiwasserbassain, einen Schuppen zum Stöbern und zur Krönung sogar auch noch einen Hund. Zu jeder Jahreszeit gab es irgendwelches Obst, solange, bis man es nicht mehr sehen konnte. Johannisbeeren, Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren, Kirschen, Pflaumen, Äpfel, Birnen. Ich kann mich sehr gut an massenweise Erdbeerquark erinnern. Wenn ich mir heute die Photos ansehe so wirken meine Eltern schon sehr überarbeitet. Ich hatte davon nichts bemerkt. Heute weiß ich wie viel Arbeit so ein Garten ist und auch wenn ich in meinem Kleingarten selbst viel Obst hatte und damit schon genug Arbeit, so bin ich mit meinen Erträgen lange nicht an die Erträge aus diesem riesig großen Garten heran gekommen.
An meine Kindergartenzeit erinnert noch ein nett gestaltetes Album mit meinen Bastelarbeiten und Bildern, doch ich selbst habe keine wirklichen Erinnerungen an diese Zeit.
Das änderte sich mit der Einschulung. Ich war ganz heiß darauf lesen zu lernen und hatte, glaube ich bevor ich eine Schultüte hatte einen Leserausweis der Fahrbibliothek Essen. Das war ein riesiger Omnibus voll mit Büchern, der einmal im Monat in Haarzopf Station machte. Bevor ich auf die weiterführende Schule ging und wir von

Haarzopf aus nach Frohnhausen zogen, hatte ich alle Kinderbücher gelesen, die dieser Bus zu bieten hatte. Ich kann mich gut erinnern: Blitz-Bücher, Urmel, die 5 Freunde und natürlich die Dolly-Bücher hatten es mir angetan. Noch heute besitze ich die komplette Dolly-Reihe, meine Urmel-Bücher, Ottfried Preußler’s Kleine Hexe, Das kleine Gespenst usw. und hüte sie wie einen Schatz.
Das Leben in Frohnhausen war für mich eine herbe Umstellung. Es gab zwar ein riesen großes Zimmer, aber keinen Garten und die Wiese vor dem Haus wurde eifrig von einem älteren Herrn aus dem Parterre (dem alten Sack, wie er im Buche steht) vor spielenden Kinderfüßen bewahrt. Zusätzlich kam die Umgewöhnung auf die neue Schule, so dass mir nicht nur meine Spielkameraden fehlten, sondern ich auf der neuen Schule auch ohne ehemalige Kollegen war. Bei einer Klassenstärke von 45 Schülern pro Klasse und 5 neuen 5. Klassen auf diesem Gymnasium war es da schon für ein kleines schüchternes Mädchen schwer sich zurecht zu finden.
Doch schon bald ergaben sich die ersten Freundschaften und da unsere Schule in der Nähe der Essener City liegt, waren wir über alle Himmelsrichtungen verstreut. So kamen wir auf die Idee nach der Schule in der Schule zu spielen und ich kann mich an so manche Galgenmännchen-Partie auf der Schultafel erinnern. Wir suchten immer nach besonders langen Wörten und letzten habe ich folgendes im Facebook gesehen:
funny-sign-Germany-long-store-Scrabble Und ich kann nur sagen: das ist der Grund warum wir so gerne und gut Galgenmännchen spielten!


Unsere Eltern fanden das natürlich überhaupt nicht toll, wenn wir erst am späten Nachmittag aus der Schule kamen.