Die keltisch / germanische Zeitrechnung
Ein Plädoyer für einen anderen Umgang mit der Zeit.
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Einführung


Ich glaube nicht, dass Kelten oder Germanen eine Zeiteinteilung in Tagen / Wochen und Monaten hatten. Warum sollte man Tage zählen, wenn man kein „Wochenende“ braucht? Warum sollte man Monate im modernen Sinne mit einer Zusammenfassung von 28, 30 oder 31 Tagen benötigen? Die Völker vor der Antike hatten dafür doch gar keinen Bedarf. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Zeiteinteilung im ursprünglichsten Gebrauch benötigt wurde um dafür zu sorgen, dass Lebensmittel, Schutzmittel und Jagdwaffen zum richtigen Zeitpunkt gejagt, gefischt, gesät, geerntet, geschlagen, verarbeitet und eingelagert wurden. Und zum Anderen um die Momente für die Zwiesprache mit den Göttern, Geistern, Ahnen usw. festzulegen. Aber dieses ist zweitrangig und wurde erst wichtig als sich der Geist der Humanoiden Primaten so weit entwickelt hatte, dass sich manche Individuen Sinnfragen stellen.


Kapitel 1 Beginn der Zeit

Zeit, wie wir sie heute kennen ist ja ein virtuelles, geistiges Konstrukt. Kein Lebewesen auf unserem Planeten teilt Vergangenheit, den Moment und die Zukunft in Einheiten ein. Ebenso wie es dem Apfel egal ist ob er einer von Dreien oder einer von Hundert ist, so ist dem Moment egal ob er eine Nanosekunde oder 100 Jahre dauert.
Tiere und Pflanzen richten sich nach dem Sonnenlicht, Hell-Dunkel-Phasen, Warm-Kalt-Phasen, Witterung, Klima, Meeresströmungen und der Störung der Erdgravitation durch den Mond. Dem Schneehasen ist es egal ob es der 10.09. ist: wenn es kälter wird, wechselt er sein Fell. Die Drossel weiß nicht, dass es der 15.03. ist: wenn es wärmer wird und die Säfte in den Bäumen zu steigen beginnen, denen es übrigens ebenso völlig schnuppe ist welcher Tag gerade auf unseren Kalendern gezeigt wird, beginnt er sein Balzgezwitscher um sich fortzupflanzen.
Dem humanoiden Primaten der ersten Stunde war es sicherlich ebenso egal, wie seinen rein nicht-humanoiden Kumpels in der Gruppe. Auch nach der Trennung der beiden Arten haben wir uns für einen langen Moment sicherlich rein von unseren Instinkten treiben lassen. Aber irgendwann kam der Moment der Änderung und in diesem Moment begann der Mensch nicht nur seine unmittelbare Umgebung zu beobachten, sondern richtete seinen Blick nach oben zur Sonne und begann Zusammenhänge „wissenschaftlich“ zu erfassen. Ich finde es äußerst faszinierend zu überlegen wie dieser Moment von statten ging. Es müssen sich viele rein biologisch - physiologische Zusammenhänge in unserem Körper ereignet haben. Aber das alleine reicht nicht aus um zu erklären warum der Mensch angefangen hat Dinge nicht nur neugierig zu erforschen; das machen viele Tiere ebenso, sondern zu hinterfragen.

Beispiel: Ein Affe stochert mit einem Stock in einem Termitenhügel um seine Beute an Termiten zu vergrößern, statt sie einzeln zu erlegen, wenn sie aus dem Bau krabbeln. Ich unterstelle jetzt einmal (denn wir wissen es ja nicht wirklich genau), dass der Affe sich darüber keine weiteren Gedanken macht. Try and Error und die Erkenntnis über das „Wie“. Wie kann ich mehr Beute machen? Unter Zuhilfenahme eines Werkzeuges.
Der Mensch hingegen hat irgendwann angefangen zu fragen: Warum wird meine Beute dadurch größer? Und hat sicherlich dann den Termitenhügel aufgerissen um an sein Geheimnis zu kommen. Was diesen Menschen dann wahrscheinlich getötet hat, weil die Termiten über den Störenfried hergefallen sind.

Ich will auch gar nicht erforschen wann und wo diese Änderung stattgefunden hat, was die äusseren Bedingungen waren um das zu leisten und auf welchem Teil unserer DNA unsere Denkfähigkeit und Lernfähigkeit und was alles sonst noch benötigt wird um zu einer Erkenntnis zu gelangen, codiert ist. Das machen bestimmt sehr gut ausgebildete Wissenschaftler an den Universitäten und Forschungseinrichtungen dieser Erde und ich lese gerne darüber. Mit geht es um dieses ganzheitliche Gefühl, dieses Erkennen des Selbst und damit des Erkennens der umgebenden Welt. Dadurch auch des Erkennen des Abgetrenntseins. Was ja schon damit begonnen hat, dass sich die „Mutanten“ von der restlichen Gruppe der Primaten abgegrenzt hatten. Aber, das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Hier soll es nur um die „Zeit“ gehen. Und ich bin mir sicher, dass irgendwann einer unserer Ahnen
erkannt hat, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von Lebensmitteln (Fruchtreife) und dem Stand der Sonne gibt. Erkenntnis im Gegensatz zu instinktiven oder intuitivem Wissen. Daraus ergab sich dann ein zielgerichtetes Wandern welches auch vorher schon dem Vorhandensein von essbaren = reifen Lebensmitteln folgte. Nach dieser Erkenntnis erfolgte erst die Beobachtung und dann die Bewegung. Gegen wir davon aus, dass in der Regel in Primatengruppen die Weibchen diese Führungsrolle für die Futterbeschaffung inne hatten, können wir daraus folgern, dass die ersten willentlich und erkenntnisbasierend Führenden, Weibchen waren. Die Männchen hatten die Aufgabe u.A. des Schutzes der Gruppe. Ich glaube auch, dass das heute noch prägnant ist. Meistens sind es die Frauen, die nach dem Warum und dem Sinn einer Aktivität fragen. Aber zurück zum Thema:
Der Beginn einer Zeitrechnung fällt für mich in diesen Moment des Erkenntnissgewinns, dass der Sonnenstand und die Entwicklung des Sonnenstandes anzeigt wann, welches Lebensmittel zur Verfügung steht und dass sich die Wanderungsbewegungen der Ur-Menschen darauf hin ausrichteten. Eben nicht nur der „Ernte folgend“ sondern planend, zielgerichtet, vorausschauend.
Es ist, glaube ich klar, dass dieses nur dann notwendig ist, wenn sich durch die Veränderung des Sonnenstandes Warm-Kalt-Zeiten und somit Nahrungsmittelzeiten und Nicht-Nahrungsmittelzeiten ergeben. Was bedeutet, das „Zeit“ eine Erfindung der gemäßigten und polaren Zonen ist.
Es gibt unglaublich schlaue Menschen, die sich der Erforschung der prähistorischen Zeit widmen und ich möchte ihre Arbeiten und die Mühen und Tests und Datenreihen auch in keinster Weise despektierlich herabwürdigen. Aber wenn ich einen solchen Satz lese:
„Es handelt sich dabei um einige ausgewählte Einzelfälle, nicht um die Untersuchung ganzer Ensembles gleichartiger Bauwerke anhand statistischer Methoden, die eigentlich erforderlich sind, wenn der Beweis für die Bedeutung der Sonnen- oder Mondwenden in prähistorischen Kulturen erbracht werden soll.(Quelle: Burkard Steinrücken, Westfälische Volkssternwarte und Planetarium Recklinghausen, Stadtgarten 6, 45657 Recklinghausen, steinruecken@sternwarte-recklinghausen.de, Vortrag auf der Tagung der Gesellschaft für Archäoastronomie vom 19.-12. März 20011 in Osnabrück)

… dann weiß ich wirklich nicht weiter. Es ist doch völlig unerheblich ob wir etwas beweisen können, was so eindeutig ist. Woran sollten unsere Ahnen denn sonst „Zeit“ festgemacht haben, wenn nicht an den Sonnenwenden?

Was will ich denn da beweisen? Das Wasser nass ist?


Kapitel 2 Zeiteinteilung

Der erste Kalender

Aus dem Vordergenannten ergibt sich nun. dass „Zeit“ sich nach dem Sonnenstand richtet und die ersten Kalendarien auf den 2 prägnanten Sonnenmomente basieren: Wintersonnenwende und Sommersonnenwende. Licht kommt wieder und Licht geht.
Damit sind diese beiden „Feste“ die beiden wichtigsten in der Menschheitsgeschichte und die beiden ersten Zeiterkenntnisse, die von unseren Ahnen an ihre Kinder weiter gegeben wurden. Wir finden in vielen Beschreibungen und Funden und Geschichten diese beiden Momente als bedeutsame Ereignisse. Und es wurden Landmarken genutzt oder Peilmarken errichtet um diese Momente richtig bestimmen zu können. Siehe Stonehenge oder andere Bauwerke. Eine schöne Beschreibung findet sich in dem Buch „Alaska“ von James A. Michener wie die Inuit den Moment der Sonnenwiederkehr festgestellt und gefeiert haben. Aber das was ich hier beschreibe liegt noch viel weiter zurück. Machen wir uns noch einmal ganz kurz die Bedingungen klar unter denen diese Zeiteinteilung entstanden ist:

Der prähistorische humanoide Primat war aus seinen Ursprungsgebieten (das heutige Äthiopien gilt als die Wiege der Menschheit) abgewandert. Immer schön den Nahrungsquellen hinterher Richtung Norden. Ein Zurück gab es ja anscheinend aus welchen Gründen auch immer, nicht.
Dieser Primat hatte noch keine Vorstellung von „Planet Erde“ und hatte absolut Null Gedanken darüber wer sich hier um wen dreht und ob sich überhaupt etwas dreht. Wahrscheinlich gab es ausserdem auch noch keinen Laut für „Drehen“.
Nachdem unser Primat den 23,5ten Breitengrad überschritten hatte, veränderte sich das Nahrungsangebot mit dem Stand der Sonne und er musste feststellen, dass Nahrung nicht immer zur Verfügung stand. Und das wird er festgestellt haben, ohne, dass ich es beweisen kann oder muss, denn für den Primaten, den ich hier beschreibe gab es noch keine Erdbeeren aus Südamerika.
All das ist irgendwann in dem Zeitraum zwischen - 6 Mio Jahren und den Funden der ersten mehrstufigen Kalendarien, wie die Sonnenscheibe von Nebra oder die Kalender südamerikanischen Kulturen passiert.

Es stellt sich mir auch immer wieder die Frage wie schnell ein Erkenntnisgewinn in der Entwicklung der Menschheit in tatsächliche Änderungen des Verhaltens umgesetzt wurde. Hat es Jahrtausende gedauert? Oder war es eine Entwicklung über 2 - 3 Generationen? Hat es die vielen verstreut lebenden und wandernden Menschengruppen in etwa gleichzeitig erreicht, im Sinne eines kollektiven Erkenntnisgewinns?

Es gibt hier bestimmt auch wissenschaftliche Ausarbeitung darüber aber meistens sind mir diese mir zu trocken geschrieben und die Inhalte zu „wissenschaftlich“ beschrieben. Die Autoren setzen viel Detailwissen auf eben diesem speziellen Wissensgebiet voraus, welches ich definitiv nicht habe.

Ich glaube, dass es eine kollektive Erkenntnis- und Intelligenzentwicklung gab und dass sich die Benutzung des Sonnenstandes zur Verbesserung der Nahrungssuche auch kollektiv und relativ schnell entwickelt hat.

Erste Schamanen

Eine Beschreibung des prähistorischen Menschen kommt immer an den Punkt: wann wurde aus dem Leittier der Führer einer Gruppe und wann entwickelte sich ein Bewusstsein für die Spiritualität der Natur?

Die Festlegung von bestimmten Momenten zur Nahrungssuche gingen, wie vorher bereits beschrieben von den weiblichen Mitgliedern der prähistorischen Menschengruppen aus. Diejenigen Frauen, welche die Sonne lesen konnten, wurden wie vorher auch von den anderen Mitgliedern der Gruppe als Führung in Sachen Nahrung akzeptiert. Ebenso, wie der stärkste Mann den Schutz der Gruppe übernahm.
Die dauerhafte Beobachtung der Sonnenstände und das Sammeln der Daten wie Licht und Schattenlänge, Tag-und Nachtlänge, Pflanzenwuchs, Erntezeitpunkt usw. machte diese Frauen bestimmt besonders empfänglich für die Botschaften aus der Natur. Natürlich ist dieses Wissen sammeln mit modernem Sammeln und Erheben von Daten vergleichbar. Nur weil es nicht in aufgeschriebener, gedruckter und heute sogar nur noch virtuellen Datenmengen vorliegender Form vorlag, ist es nicht schlechter. Im Gegenteil diese Menschen mussten sich alles merken!! Ihre Intelligenzleistung und Wissenschaftlichkeit übersteigt doch jede moderne Denkleistung, die immer nur weiß wo sie etwas aufgeschrieben hat. Aber hier geht es ja nur um die Zeit. Also:

Aus diesen Frauen, die sich intensiv mit den o.g. Daten beschäftigen, wurden die ersten Schamanen, da sie durch die Beobachtung der sie umgebenden Natur tiefere Erkenntnis erhielten. Wenn es heute so ist, dass Managern und Wissenschaftlern geraten wird in der Natur zu meditieren und dort zur Ruhe zu kommen um ein scheinbar unlösbares Problem alleine mit Hilfe des Geistes und der tiefen Versenkung in die Ruhe der Natur zu lösen, warum sollte das ein Wesen, welches sich viel näher an dieser Natur befand nicht auch tun?

Und sicher ist auch, dass sich ein Mensch, der völlig alleine auf sich gestellt mit den Fragen nach dem Warum die Gründe in der Natur und den Dingen, die man nicht sieht, sucht. Je tiefer ich in die Natur hineinhorche desto mehr Antworten wird sie mir geben. Auch mussten die Ängste der Familie beschwichtigt werden. Denn eines ist auch sicher: Hunger war ein dauerhafter Begleiter dieser Menschen auf ihrem Weg und wollte bestimmt unter allen Umständen vermieden werden. Diese Schamanen hatten auch einen gewissen Erfolgsdruck und haben bestimmt nach Erklärungen gesucht warum ein Ereignis nicht eingetreten ist. Völlig unkritisch und nicht wissend, dass das ICH Fehler machen kann, wurden dann dafür die Geister der Natur herangezogen. Aber ebenso konnten diese Geister auch beschwichtigt werden und so bestand die Arbeit des Schamanen auch darin das Gleichgewicht zu erhalten,

Die Erweiterung des Kalenders

Sicherlich sammelten die Schamanen der prähistorischen Menschen während all dieser Zeit auch „Daten“ über die Bewegungen von Sonne, Mond und Sternen. Wußten wann die Wanderungen der Tiere einsetzten und wann welche Früchte reiften und wann der Fluss zufror. Auch heutige Nomadenvölker werden diese Entwicklungen nicht an einem gregorianischen Kalender oder einer Uhr ablesen. Aber erst mit der Entstehung der Sesshaftigkeit und dem Beginn des Ackerbaus wurde es notwendig zu wissen wann das Feld bearbeitet und bestellt werden sollte.

In dieser Zeit entwickelten sich komplexere Kalendarien, die sowohl die Tag-und-Nacht-Gleichen als auch die Mondrhythmen einbezogen.

Sesshaftigkeit bedeutet auch, dass ich mich dauerhaft in der umgebenden Welt aufhalte. Es konnten also Peilmarken festgelegt werden und vielleicht auch Gebäude erreichtet werden an denen die wichtigen Momente abgelesen werden konnten. Die Sterne der Nacht stehen (fast) immer am selben Ort und können zur Einschätzung wann die Sonnen- und Mondmomente eintreffen genutzt werden. (z.B. Steht zur Wintersonnenwende der Gürtel des Orion zu Mitternacht im Süden oder beginnen in unseren Breiten die heissesten Tage des Jahres, wenn der Sirius über den Horizont steigt.)
Und ganz Allgemein bedeutet Sesshaftigkeit auch einen Zeitgewinn: es musste nicht mehr jeden Tag eine Strecke x gelaufen werden, ein Platz zum Übernachten festgelegt und alles hergerichtet werden. Der erste „Luxus“ im Sinne eines „Zeitgewinnes“ war geboren. Der Himmel konnte länger und intensiver beobachtet werden. Die Schamanen konnte die Umgebung zu jährlich wiederkehrenden, selben Zeiten erkunden und stellten fest, dass bestimmte Pflanzen zu bestimmten Sonnen- oder Mondmomenten wuchsen, blühten oder vergingen. Auch diese Daten wurden gesammelt und ein für diesen Ort typischer phänologischer Kalender entstand. Diese Kalender gibt es heut noch. So beginnt der Frühsommer in Norddeutschland mit der Blüte des Holunders und des Waldgeißbarts, im Hochsommer blühen die Sommerlinde und die Gewöhnliche Wegwarte. Der Spätsommer lässt die Frucht der Felsenbirne reifen und die Herbstanemone aufblühen.

Also hatten die Schamanen ein eindeutiges gutes Kalendarium um die Aktivitäten der Familie / des Stammes zu leiten.
Auf der einen Seite die Sonnenmomente: Winter- und Sommersonnenwende und Tag-und-Nacht-Gleiche. Auf der anderen Seite, die Mondphasen mit den Momenten Vollmond und Neumond

Ich stelle mir diesen Kalender für meinen Ort an dem ich lebe (N 51°33’ / E 7°18’)
so vor:

Bildschirmfoto 2017-07-06 um 15.05.11

Alles richtete sich nach den Sonnen- und Mondphasen und Momenten. Eine Verfeinerung des Kalenders durch die Beobachtung der Zeigerpflanzen und Tiere ergab bestimmt wunderbare Ergebnisse und Erträge. Die Missachtung dieser Momente durch den modernen Menschen macht viele Probleme weil mehr „Fürsorge“ notwendig ist für den Anbau von Lebensmitteln. Wenn Pflanzen an Momenten in die Erde gebracht werden ohne auf die richtige Mondphase zu achten, werden sie eben schneller krank oder können lästiges Kokurrenzkraut nicht selbst verdrängen, weil die schlechte wachsen. Dann muss man eben mehr düngen oder mehr spritzen oder weiter züchten. Nicht umsonst gehen viele Bio-Betriebe wieder dazu über nach diesen Sonnen- und Mondmomenten zu arbeiten. Ist einfach nachhaltiger und dadurch sogar preiswerter.

Eine feste Einteilung der Zeit war nicht nötig. Weder nach Monaten mit einer festen Anzahl an Tagen (mit den gegebenen Schwierigkeiten und Ungenauigkeiten weswegen man immer mal wieder Tage dazu- oder abrechnen muss), noch nach Wochen. Es gab keinen festen „Sonntag oder Ruhetag“. Ruhetag war wenn weder Mond, noch Sonne oder Sterne gut für das Arbeiten waren. Ruhe gab es bei schlechtem Wetter, in der Dunkelheit und in der dunklen Jahreszeit. Eine Einteilung der Tage in Stunden oder gar Minuten war ebenso unnötig. Das Vorhandensein von Licht gab den Takt vor.

Erst durch die stärkere Arbeitsteilung und die Trennung von Arbeit und Sein durch die Einrichtung der Aufgabe von Führung, Bewachung und spiritueller Führung und Trennung dieser Aufgabe von der Mitarbeit bei der Herstellung des Lebensnotwendigen der Gemeinde, wurde es nötig weitere Zeiteinteilungen vorzunehmen. Zum Beispiel wurde festgelegt, dass man 3 Tage für die Bewachung der Dorfanlage einbringen musste. An den Tagen stand man dann nicht mehr der Landarbeit zur Verfügung und jemand anderes musste dafür mehr arbeiten. Ein Kreislauf der gegenseitigen Abhängigkeiten entstand.

Ich sage jetzt nicht, dass wir alles wieder vergessen sollten was wir in den letzten na, ca. 4000 Jahren gelernt, erarbeitet und verändert haben.
Aber viele Menschen haben Probleme, sind überarbeitet, obwohl wir noch nie so viel technisches Gerät hatten welches uns die Arbeit abnimmt. Man denke bloss an die Arbeit des Wäschewaschens vor Erfindung der Waschmaschine oder der Metallverarbeitung vor Erfindung von modernen Druckpressen und Drehbänke. Viele Menschen haben ständig „keine Zeit“ und stehen unter Dauerstress. Sogar schon Kleinkinder, die doch alle Zeit der Welt haben sollten. Die Zerstückelung der Sonnen- und Mondmomente in Wochen, Tage, Stunden, Minuten, Sekunden usw. tut uns nicht gut und ist ja auch eigentlich überhaupt nicht nötig.
Es gibt ja schon Schritte zurück: Arbeitszeit auf Vertrauensbasis geht davon aus, dass jeder Mitarbeiter schon selber dafür sorgt, dass das, was er dem Unternehmen als Dienstleistung verkauft, nämlich seine Lebenszeit, zu dem Preis passt, den das Unternehmen bereit ist zu zahlen. Preis-Leistungs-Verhältnis.
Arbeit im Homeoffice läßt dem Menschen Spielraum mit diesem virtuellen Ding der Zeit in einem gewissen Masse selbstbestimmt umzugehen.
Natürlich gibt es immer noch viele Aufgaben, die sich nicht von der modernen Zeiteinteilung trennen lassen: Wenn ich ein Gebäude 8 Stunden zu überwachen habe, kann ich nicht schon nach 7,5 Stunden damit aufhören. Und es wäre unsinnig diese Aufgabe von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang einzuteilen. Dann gäbe es sicher berechtigten Ärger mit der Gewerkschaft. Obwohl - denkbar wäre auch das. Seitdem wir nicht mehr 14 Stunden, sondern nur noch 8 Stunden „arbeiten“ müssen, sind die meisten von uns schon nach 7 Stunden müde. Auch weil wir keine adäquaten Pausen machen, die richtige Pausen sind und nicht nur Arbeitsunterbrechung mit Essen in sich reinstopfen. Oder schnell die Kleinen aus der Kita zur Oma bringen und dann wieder weiter.
Und ich denke, dass wir viel zu viel auf einmal tun. Und wir meinen für alles wäre jederzeit Zeit. Wir schlafen nicht mehr wenn es dunkel ist. Wir essen immer zu jeder Zeit alles. Wir arbeiten wie gewohnt weiter obwohl wir gerade erst Mutter geworden sind. Wir gegen zur Arbeit obwohl wir uns den Fuss gebrochen haben. Wir essen, arbeiten, reisen, informieren uns zur selben Zeit. Wir zerstückeln die Momente nicht länger wir packen viel zu viel Inhalt in einen Moment. Wir könnten einmal hingehen und dieses zu viel in einem Moment mal wieder auseinander fächern und sich für jedes dieser Sachen eine eigene Zeit nehmen.

Ich denke, dass wir uns einfach einmal wieder mehr mit der Beobachtung von Sonne, Mond und Sternen befassen sollten, wie langsam und doch unaufhaltsam sich hier alles umeinander dreht. Wir haben schließlich dieses Verb und wir wissen wer sich hier um wen dreht. Ausserdem brauchen wir auch gar nicht bei Null anfangen: die Daten sind bereits erhoben und stehen uns in wundervollen Apps zur Verfügung (BluePlanet, Star Walk 2 usw.). Mal innehalten und sehen, dass jetzt im Moment in Japan alle schlafen oder wie der Gürtel des Orion steht.
Es gibt wunderbare Apps und Programme, die die richtigen Mondphasen für alles Mögliche beschreiben und wenn wir uns unsicher sind ob der richtige Moment gekommen ist kann man ja den nächsten Schamanen fragen.



„Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vornehmen unter dem Himmel hat seine Stunde. Geboren werden und sterben, pflanzen und ausrotten, was gepflanzt ist, würgen und heilen, brechen und bauen, weinen und lachen, klagen und tanzen, Stein zerstreuen und Steine sammeln, herzen und ferne sein von Herzen, suchen und verlieren, behalten und wegwerfen, zerreißen und zunähen, schweigen und reden, lieben und hassen, Streit und Friede hat seine Zeit.“






Hallo Ihr Lieben,

ich habe hier lange nichts geschrieben aber jetzt ist es mal wieder so weit. Ab sofort könnt ihr meine Bilder käuflich erwerben. Ich verkaufe sie unter dem Pseudonym SallyM. Gefällt mit am besten. So bleibt mein Name noch erhalten, weil ich ansonsten immer mehr zu meinem Taufnamen greife um den Wiedererkennungswert zu meinem Unternehmen herzustellen. Na ja. hat sich ja gute 40 Jahre gehalten die Sally.

Also hier ist das erste Angebot: "Was für ein Tag No. 3" Es ist eine iPad Zeichnung, die von mir mit unterschiedlichen Farbkombinationen immer wieder neu zusammengesetzt wird. Größe ist von A4 bis A1 möglich, dementsprechend ändert sich auch der Preis. Hier ist die "Urzeichnung" zu sehen. In Bälde dann auch die Kombinationen.
Zu erwerben sind die Bilder über die Homepage: www.naturheilpraxis-in-ickern.de


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So langsam werde ich müde.
Jedes Wochenende sitze ich am Schreibtisch, gestalte die neuen Plakate, mache Facebook Promotions oder Design neue Drucksachen und dann passiert nichts. Trotz Anzeigen, die ich alle 14 Tage schalte, Trotz Freundschaftswerbung und allem. Ich habe meine Freunde gebeten meine neue Seite zu abonnieren, wenn sie an meinen Aktionen interessiert sind und von 56 haben es 2 getan.
Kein Freund meldet sich zu einem Kurs oder einer Massage an.

Auf eine ganzseitige Anzeige in der Zeitung melden sich 3 Menschen.

Ich weiß wirklich nicht was ich noch machen soll. So langsam geht mir die Puste aus.





Ich hatte es geschafft
Wenn die Erwartungen der Eltern erfüllt sind.

Kapitel 1

Seit ich denken kann, bzw. mit Einzug (immer schön in Zweierreihen) in den Klassenzimmercontainer der Grundschule gab es diesen einen Satz, der mich bis zu meinem 53. Lebensjahr und den Tod meiner Mutter verfolgen soltte: "Du musst was lernen, damit Du was Besseres wirst." Weiter wurde das nicht erläutert aber ich, da ich immer sehr folgsam und brav und fleißig war, wollte das ganz bestimmt. Das erschien mir als ein hehres Ziel eine gute Aufgabe. Was (sf)Besseres werden. Ja das erschien meinem kleinen 6 jährigen Gehirn und Gefühl machbar und eine tolle Vorgabe. Meine Eltern schickten mich zur Schule, ich durfte endlich lesen und rechnen lernen und lernen wie ein Automotor funktioniert und wie man zum Mond fliegt. Mein Einschulungsjahr fiel in das Jahr der ersten Mondlandung und ich kann mich sooooo gut an den netten Herrn Armstrong und seinen großen Schritt für die Menschheit erinnern. In schwarz/weiss, in unendlich schlechter Bildqualität aber für uns damals das Neueste und Verrückteste, was Menschen tun können. Mein Papa und ich waren ganz hin und weg und klebten regelrecht am Fernseher. Wenn ich daran denke, bekomme ich immer noch eine Gänsehaut, auch wie nah es mich und meinen Vater gebracht hatte. Ohne dass wir es so bewußt wahrnahmen, wie ich es jetzt schreibe, aber wir wußten auf einmal, dass wir zwei gleiche Seelen sind. Technikbegeistert und leicht zu beeindrucken in unserem schlichten, einfachen, ehrlichem Gemüt.

Also Schule, endlich. Der erste Meilenstein auf dem Weg zu etwas Besserem.

Kapitel 2

Doch schon bald zerbrach diese Seelenverwandschaft. Mein Gemüt und mein Bildungsniveau veränderten sich exorbitant und das meines Vaters eben nicht. Er war zwar mit Sicherheit mit den gleichen Qualitäten geboren worden wie ich, doch hatten Lederpeitsche, nationalsozialistische Erziehung und ein Unfall mit 18 Jahren ihre zerstörerischen Spuren im Gehirn meines Vaters hinterlassen, die nicht mehr zu heilen waren. Vielleicht auch, weil sich keiner wirklich um ihn gekümmert hat. Dabei beziehe ich mich auch mit ein. Denn trotz Jugend, kann man sich um seine Eltern kümmern. Das zeigen mir all diese Anfang zwanzig Jährigen, die sich heute um ihre Eltern kümmern.
Aber damals drehte ich mich nur immer wieder um mich selbst und war mir dabei selber so oft im Weg, dass ich vor lauter Pubertät nicht wußte wohin.
Denn dieses Ziel: etwas Besseres zu werden, verlor sich. Es war zu diffus, zu ungreifbar geworden. Mein Gemüt war komplexer geworden, durch mehr Bildung und Wissen aber auch durch die ständigen Interventionen meiner Mutter, die mir mit Ihren Horror- und Lügengeschichten ein ziemlich verzerrtes Lebensbild zeichnete. Der Konfirmandenunterricht und das soziale Eingebundensein in diese Gruppe, genannt Kirchens gab mir dabei unendlichen Halt und ich konzentrierte mich voll und ganz darauf. Wollte so gerne Teil dieser Gemeinschaft sein und engagierte mich zu hundert Prozent. Übrigens eine Eigenschaft, die mich durch mein ganzes Leben begleiten sollte: Entweder ganz oder gar nicht! Und vor allem mit dem ganzen Herzen. Aber so viel "Heiligkeit" war überhaupt nicht gewünscht. Andere nahmen das Ganze viel leichter, waren nicht so engagiert und eben auch nicht so emotional bei der Sache, wurden dann aber trotzdem für Aktionen, Ehrenämter usw. vorgezogen, weil sie schon vorher inklusive ihrer Eltern in der Gruppe vernetzt waren. Wir waren Zugezogene und meine Eltern kümmerten sich nicht um solche Sachen. Sie waren nie in irgendeiner Elterngruppe, weder in den diversen Sportvereinen, noch in Schule oder Kindergarten. Als mir bewußt wurde, dass die Menschen aus eben diesem Netzwerk heimlich über mich und mein einfaches, ehrliches, emotionales Engagement lachten war ich unendlich enttäuscht. So sehr dass ich die Gruppe Kirche verließ und dort nie wieder so richtig heimisch werden konnte. Unterdessen gerieten meine Hormone durcheinander und Liebe, Sex und alles was verboten und gefährlich war, wurde zentraler Angelpunkt. Und damit fiel das Ende meines Bravseins in diese Periode. Ich hörte einfach auf brav zu sein. Ich fing an zu rauchen (eine geschwänzte Musikstunde und ich konnte Zigaretten selber drehen), ich zog die Sachen auf dem Schulweg aus, die mir meine Mutter rausgelegt hatte und band mir lange Tücher an die Handgelenke, ich brachte trotzt Verbot meinen Basketball oder das Klick-Klack-Spiel in die Schule mit, usw.) und ich bemühte mich um ein Mofa und wurde "Rocker". Mir gingen Konventionen und "unnötige" Anforderungen seitens der Lehrer gehörig auf die Nerven. (Warum muss man die Namen aller Bundesminister auswendig lernen? Statt sie zu lernen diskutierte ich mit der Lehrerin darüber, dass dieses Wissen bei der nächsten Wahl ja schon unnötiger Hirnballlast sei.) Ich wurde zu einem kritischen, überkritischen Geist und machmal brachte mir dieses Anarchistentum auch gute Noten ein und die Lehrer belohnten meine Stärke, sich eben nicht "umkrempeln" zu lassen und bei meiner Meinung zu bleiben und sie auch geschickt und engagiert zu verteidigen. Auch das hätte man fördern können. Aber statt dessen beharrten meine Eltern auf dem Ziel "was Besseres zu werden" und versuchten mir einzureden, dass man nur immer schön angepasst und nett sein muss, damit es damit was wird. Sie kamen mit dem ungezügelten, hochintelligenten, hypertaktiven und zuweilen sehr aggressiven Menschen überhaupt nicht mehr klar. Kannten sie mich schon immer nicht wirklich und wußten eigentlich nichts über mich, so wurde ich ihnen durch die Bildung und mein emotionales Anarchistendasein eher unheimlich. Ich entglitt ihrer Kontrolle, die sie eigentlich nie wirklich gehabt hatten. Leider fällt in diese Zeit auch die Trennung von meinem Vater und so war ich bis zum Abitur nur noch den Einflüsterungen meiner Mutter unterworfen. Und dann zum Abitur hin, wurde ein erneuert Versuch seitens meiner Mutter unternommen mich doch noch irgendwie zu zähmen. Sie lockte mich mit einem "guten" Gehalt und einem sicherem Job: meine Ma hätte es gerne gesehen, wenn ich die höhere Beamtenlaufbahn eingeschlagen hätte.
Sie kannte mich so wenig und hatte sich nur so oberflächlich mit mir als Persönlichkeit beschäftigt, dass sie wirklich auf diese abstruse Idee kam.

Kapitel 3

Nun, ich wußte wirklich nicht was ich mit meinem Abitur denn nun anfangen sollte, denn so etwas wie ein Praktikum hatten wir nicht gemacht und als Praktikant in der Bibliothek bot man mir 75 DM Praktikantenlohn an. Was ich wegen der eigenen Wohnung, die ich seit dem Abitur hatte, nicht annehmen konnte. Schade, das wäre es vielleicht gewesen. Mein Vater hätte mir vielleicht zu einem Ingenieur oder Maschinenbaustudium geraten, aber mit dem hatten wir uns gerade schrecklich zerstritten. Eines war sicher "Beamtin" wollte ich auf keinen Fall werden. Aus gar keinem besonderen Grund aber auf gar keinen Fall.
Bio und Mathe auf Lehramt? In den Achtzigern? Da gab es doch die Lehrerschwemme und alle Lehramtsabgänger fuhren Taxi in Essen.
Nun gut es kam wie es kommen musste, nehme ich an und so begann mein Lebenslauf als Angestellte in der Buchhaltung.

Kapitel 4

Und irgendwann im Laufe der Zeit stellte sich auch wieder diese Zielvorgabe ein: Was Besseres werden. Aber irgendwann kam der Zeitpunkt an dem ich dieses hehre Ziel sehr kritisch unter die Lupe nahem.

Was heißt das eigentlich "Was Besseres werden"? Was Besseres als was denn? Ich habe tatsächlich fast 25 Jahre darüber nachgedacht und lange Zeit den finanziellen Status als "das Bessere" gesetzt. Was aber bedeutete, dass ich irgendwie nie ans Ziel kam. Immer lockte der nächste Job mit dem noch besseren Gehalt. Immer lockte der Zusatzverdienst in Form von Nebenjob oder Ehrenamtsaufwandsentschädigung. Und nie blieb etwas davon, denn meine Bedürfnisse waren auch riesig. Ich hatte ja buchstäblich nichts als ich anfing Geld zu verdienen und war immer irgendwie im Anschaffungsrückstand. Oder auch im "Luxuswahn"als ich mir in Düsseldorf ein lila Ledersofa (Rolf Benz, was sonst) für 5000 Mark kaufen musste. War ich zufrieden? Ja, oft. Aber dann kam die nächste gute Gelegenheit oder die nächste unerträgliche Situation. Denn es galt immer noch: Entweder ganz oder gar nicht!. Ich konnte nie ein entspanntes Verhältnis zu meinen Jobs aufbauen. Ich wollte immer das absolut Beste geben und erwartete, dass das jeweilige Unternehmen mich dabei unterstützt, loyal ist und sich als Gegenleistung dafür um mich kümmert. Das tun Unternehmen aber nicht und schon gar nicht die ganz Großen, die mein Schicksal mir für meine Jobs ausgesucht hatte. Meine Engagement und meine Emotionalität wurden mir immer und immer wieder zum Stolperstein. Wobei ausgelacht zu werden, noch relativ harmlos war im Gegensatz zu dem was mir so alles auf den unterschiedlichen Stufen meines Lebenslaufes widerfahren war.
Bis wirklich gar nichts mehr ging und die letzten Tage im Job so unerträglich wurden, dass ich nur noch Muskelschmerzen hatte und nur noch vollkommen bissig und aggressiv auf alle und jeden reagieren konnte, der mir irgendwie "quer" kam. Denn sogar in 2016 war mein hohes persönliches Engagement einer der Gründe warum es mir in meinem letzten ernsthaften Job wieder nicht geglückt war mich ganz und gar einzugliedern und in diesen Olymp des Netzwerks eines großen Konzerns auch aufgenommen zu werden.
Dabei hatte ich schon 20 Jahre zuvor eine Ahnung gehabt, dass ich nicht für diese Jobs gemacht bin und hatte über die Reikiausbildung und Ausübung den Weg zum Heilpraktiker gefunden.
Aber nach dem Tod meines lieben, süßen Söhnchens Theodor im Dezember 2009 war das alles wie weggeblasen und ich stand wieder ganz am Anfang: Reset. Wieder von vorne anfangen. Wie war das noch? Ach ja: was Besseres werden und Geld verdienen.

Aber wie gesagt verlief dieser Weg wieder so wie alle vorherigen auch: Begeisterung, Engagement, Emotionalität, Ausbeutungsgefühle, Vernachlässigung seitens des Arbeitgebers, Alleingelassen werden, Gehen; denn etwas besseres als den Tod findest Du überall.
Ich war in einem großen "behördenähnlichen" Unternehmen angekommen, war quasi Beamtin aber das machte mich fast tot und ich konnte dem leider nicht entsprechen. Sorry Mutter. Ich hab’s echt versucht, aber: dafür bin ich nicht gebaut.

Kapitel 5


Und dann fing ich wieder an über das Ziel meiner Eltern nachzudenken. Wo sollte es denn nun hingehen mit mir? Was ist denn nun was Besseres? Das was ich die letzten fast 30 Jahre versucht hatte, war es ja nun nicht.

Also werde was Besseres als deine Eltern. Was Besseres als mein Vater, der zwar ein einfacher Geist geblieben war, aber immer alles für seine Familie getan hat, was in seinen Kräften stand. Ja, er musste an jedem Feiertag arbeiten aber warum denn? Er hat das doch nur gemacht, damit meine Ma endlich aufhörte zu nörgeln, dass sie so arm wären und sie sich nichts leisten könnten. Ja er hat losgebollert, wenn ihm was nicht gepasst hatte und er hat sich damit keine Freunde gemacht. Aber um das zu erkennen und zu ändern muss man nicht zur Schule gehen, sondern zu einem Personal Coach. Ansonsten war mein Pa ein einfacher, fleißiger, treuer und manchmal auch ziemlich verrückter, lustiger, neugieriger Mensch. Er war gut so wie er war. Und ich bin froh, dass ich mittlerweile ganz viel von ihm in mir entdecke einschließlich des runden Kopfes und der lauten "Bollerstimme". Was besseres als mein Pa, heißt bestimmt auch, seine Grenzen kennen, keinen Schnaps zu trinken, nicht immer sofort los zu bollern, wenn einem etwas nicht passt und die Menschen um einen herum nicht dauernd klugscheißernd zu kritisieren ansonsten ist man nämlich ganz schnell wirklich alleine.
Sagen wir mal: da arbeite ich noch dran. Und meine Heilpraktikerpraxis ist dafür ganz bestimmt auch eine gute Schule.

Um was Besseres zu werden als meine Ma, ist es ganz hilfreich einfach nicht zu lügen, sich keine Geschichten auszudenken und die Realität so zu verbiegen, dass immer die "Anderen" schuld sind sondern einfach die Wahrheit zu sagen. Sich nicht immer und alle Zeit in den Mittelpunkt des Universums zu stellen, seine eigenen egomanischen, konzentrischen Kreise zu verlassen und einfach mal mit dem zufrieden zu sein, was man gerade hat (sozial und monetär) und glücklich zu sein für die Menschen, die einen im Moment umgeben, sich um einen sorgen und mit einem leben.
Also auch nichts was man auf der Schule lernen kann.

Das habe ich irgendwann in 2016 oder 2015 auch für mich realisiert: das ich eigentlich total reich bin. Ich habe alles was man zum leben braucht, habe eine schöne Wohnung, kann in Urlaub fahren und muss nicht in Verzweiflung verfallen, wenn die Waschmaschine kaputt geht.

Ich gehe nicht mehr arbeiten um reich zu werden. Ich bin reich. Eine kleine Hürde muss ich dabei noch nehmen: Gott und die Welt will uns nämlich Angst vor der Altersarmut machen und ich muss dabei echt aufpassen, dass ich nicht in diese Falle tappe und mein Denken nur noch um die "Rücklage" für die Rente kreist.

Ich gehe arbeiten, weil ich einen Job habe, der gleichzeitig mein Hobby ist. Es ist MEINE Heilpraktikerpraxis. Ich bin dafür verantwortlich und ich treffe dort viele, viele Menschen und kann ihnen mit meinem Wissen, meiner Erfahrung und meinem Engagement begegnen. Kann Cafehausengel, Schamanin, Therapeutin, Seminarleiterin und alles Mögliche sein. Ich bin Teil des Netzwerkes Mein Ickern, ein angesehenes Mitglied einer Gemeinschaft, die in Ickern lebt und arbeitet, um sich selbst und den anderen einen lebenswerten, sozialen Raum zu geben.
Und wenn irgendjemand das zu pathetisch findet, dann soll er. Ich lasse mich nicht mehr auslachen oder ausnutzen. Ich habe einfach Bock auf Gemeinschaft. Ich bin Jahrzehnte jetzt alleine gewesen. Habe das was ich mit 14 bei Kirchens wegen ein paar doofer Leute (und mit dem Abitur an meiner Schule) verloren hatte immer und immer wieder gesucht. Hatte eine kleine "Heimat" bei den Rockern oder in Wattenscheid gefunden, habe eine "kleine Heimat" in meinem Chor und werde an dem Ort an dem ich wohne meine Heimat leben. Ich bin schon gut angekommen in Ickern und es wird noch besser.
Und das ist absolut etwas was meine Eltern nicht hinbekommen hatten. Und was sie bestimmt auch nicht mit was Besserem gemeint hatten. Aber auch das ist mir egal. Meine Eltern sind beide tot und ich bin niemandem mehr Rechenschaft oder Gehorsam schuldig. Ich bin 53 Jahre alt und fange jetzt an mich, einfach nur MICH zu verwirklichen.

Also packe ich mein Engagement, mein Wissen, meine Stärke, meine Tatkraft und Hypertaktivität, meine Emotionen und meine Intuition ein und fange einfach an.

Jetzt!








17.09.2016
Mein Erstlingswerk
Das erste eigene Ölbild ohne Vorlage



Pasted Graphic


Mein Erstlingswerk

Heute morgen sollte es also losgehen. Ich würde mein erstes eigenes Ölgemälde malen.
Gestern hatte ich es nicht mehr ausgehalten und hatte mir endlich das nötige Material besorgt. Farben, Grundierweiss, Verdünner, Pinsel und eine Palette. Alles nach der Bob Ross Methode, weil das für einen Anfänger besser wäre, meinte die Verkäuferin in dem Laden und weil ich ja im Urlaub einen solchen Kurs belegt hatte.
Nun gut. Fangen wir also mit diesen Farben an.
Gestern Nachmittag und Abend habe ich mir dann die Videos noch einmal angesehen und mir die verschiedenen Techniken und Werkzeuge verinnerlicht.
Heute morgen war ich schon ziemlich aufgeregt. Was ich in der Selbstbetrachtung auch sehr lustig fand. Es ging doch nur um ein "blödes" Ölbild. Ich fühlte mich aber so als würde ich zu einer Weltreise aufbrechen! Also gut, die Koffer waren gepackt. Nun noch die Tasche für die Reise fertig machen: Ich legte mir alles schön zurecht: Zeitungspapier unter die Staffelei und auf den Schreibtisch. Die Photos von den Bäumen, die ich auf meinen Bildern ausgedruckt hatte, pinnte ich als Regal. Die Farbmischmatrix daneben und meine Bleistiftskizze von gestern Abend auch ab ins Regal vor welchem die Staffelei Aufstellung genommen hatte.
Dann noch die Pinsel und Werkzeuge und die Farben auf den Schreibtisch legen und die Palette auf den Stuhl. Ach ja, die Leinwand wurde auch schon eingespannt.
Aber dann musste ich erst einmal meine Hausarbeit erledigen; ich wollte den Balkon fegen und die Pflanzen schneiden und weil wieder Sonnenschein und 30 Grad vorhergesagt war, erledigt sich so etwas nur in den Morgenstunden.

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Aber dann war es endlich so weit

Den Malerkittel angelegt und mutig zum Pinsel gegriffen. Und ich brauchte schon eine gehörige Menge Mut um die Farbe für den Himmel aufzubringen. Was mir geholfen hat war die Reduktion auf die Technik: Himmel malt man mit Criss-Cross-Strikes und dem breiten Pinsel. Blau. Hin- und Her. Nach unten wird es von alleine heller. Die Mitte freilassen, da soll das Licht herkommen. Die Und dann passierte es: nachdem ich die Basis für den Himmel aufgetragen hatte und mir nun für den zweiten Schritt überlegen mußte welche Farben ich auf meiner Palette mischen sollte, muss sich die Dimension meiner Realität verschoben haben. Nicht, dass ich mich in diesem Moment anders gefühlt hätte aber es war wohl das, was Sportler zur Zeit so gerne mit dem Modewort „im Tunnel sein“ beschreiben. Ich malte einfach weiter, mischte Farben, überlegte mir wo ich welchen Strich mit welchem Pinsel für einen Baum oder Ast setzen sollte und tat es dann einfach oder meine Hand zuckte im letzten Moment vor der Leinwand noch einmal an eine andere Stelle. Ich begann mit der Bob Ross Technik für die Nass-in-Nass-Malerei aber schon bei den ersten Bäumen und dem Waldhintergrund merkte ich, dass ich mit den dicken breiten Malerpinseln und dem Bob Ross Messer nicht zurecht kam. Denn ich bastelte ein bisschen an den Lichtreflexen unter Benutzung des Messers rum., bis ich mich entschied den dünnen Haarpinsel zu nehmen. Und das ging besser. Aber ich mußte trotzdem mit dem feinen Haarpinsel klein - klein an den Details herum korrigieren. Das muss ich eindeutig noch üben. Irgendwann habe ich es dann einfach gelassen und mir gedacht. dass ich ja später noch einmal darauf zurück kommen könne. Für den Blätterwald am oberen Ende des Bildes nahm ich dann einen mittleren runden Pinsel und wenig Farbe und siehe da, es ging besser. Gut, dass ich noch meine alte Pinselsammlung hatte. Ich probierte die verschiedenen Pinsel aus und fand es ausserdem recht bequem, dass ich dann ähnliche Pinsel mit unterschiedlichen Farben zur Verfügung hatte, so dass ich nicht dauernd die Pinsel reinigen musste. Denn mit dem „Technik bewahren“ und schön alles nach und nach malen ging es nicht. Ich malte mal dort ein Highlight und dann wieder an einer anderen Stelle einen Ast oder Gräser. Besonders die Weggestaltung machte mir Schwierigkeiten. Es fehlte mir ein schönes Orange für das Herbstlaub. Und mit den mir zur Verfügung stehenden Farben fand ich erst keine schöne Mischung. Auch muss ich mir mit dem Mischen noch was einfallen lassen, weil ich die Palette schon ganz schön vermatscht habe.

Das ganze dauerte 2 Stunden und ich hatte weder Hunger noch Durst noch ein Gefühl für die Zeit. Dann aber nach diesen 2 Stunden und nachdem ich eine grauenvolle Misch-Masch-Farbe für den Weg aufgetragen hatte, kam ich wieder in die Scheibe oder Dimension meiner eigentlichen Realität zurück. Es war wie ein Aufwachen aus einem Traum. Ich hatte irgendwie zum ersten Mal das Gefühl das das Bild doch so langsam etwas wird und die Bäume und Lichtreflexe gefielen mir sogar ausnehmend gut.
Die Lichtreflexe auf dem Blätterwald oben setzte ich dann noch mit dem Fächerpinsel und Flüssigweis. Ganz schön mutig, fand ich mich. Aber auch das war gut.
Ich nahm etwas Abstand zu dem Bild und machte das erste Photo und eine Pause. Richtig Hunger hatte ich aber immer noch nicht. Und machte mir einfach um Abstand von dem Bild zu bekommen einen Kaffee und aß ein Stück Käse

Pasted Graphic 1

Ich setzte mich also in einen bequemen Stuhl vor das Werk und trank meinem Kaffee und nach ungefähr einer halben Stunde wußte ich wie ich weitermachen wollte. Also ab in die 2. Runde. Und von da an ging es eigentlich voll automatisch. Wieder rutschte die Dimension weg und ich machte einfach weiter. Mal Büsche hier mit dem runden Pinsel, dann eine feine Linie da mit dem Haarpinsel und den Felsen im Vordergrund mit dem Messer. Gut, dass ich mir gestern noch ein anderes Messer zusätzlich gekauft hatte mit dem ich viel besser zurecht komme als mit dem großen Bob Ross Messer. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass meine Leinwand so klein ist (30 x 20cm). Auch das Mischen direkt mit dem Pinsel liegt mir mehr als dafür immer extra das Messer zu nehmen. Und vielleicht hätte ich doch die ganz große Bob Ross Palette kaufen sollen. Mir ging irgendwann einfach der Platz zum Mischen aus.

Nach nochmals zweieinhalb Stunden war das Bild dann so fertig, dass ich es als gut gelungenen Versuch stehen lassen konnte. Es ist noch keine große Kunst, aber Teile finde ich schon ziemlich gut und durch den doch etwas zu dunklen Himmel wirkt es auch ein bisschen surrealistisch, finde ich.

Pasted Graphic 5 Pasted Graphic 6 Pasted Graphic 7 Pasted Graphic 8 Pasted Graphic 9 Pasted Graphic 3

An dem Felsen habe ich dann ein paar Stunden später noch einmal rumgespachtelt. Aber so ganz gut ist es immer noch nicht. Ich lasse es aber so stehen, damit ich für meine weiteren Versuche sehen kann wie es noch besser ginge.

So und nun ist nach dem Projekt vor dem Projekt und ich überlege was ich mit den vorhandenen Leinwänden noch anstellen kann.

Ach ja: der Titel des Bildes lautet: Wald nach Ela. Denn die Photos dazu stammen aus dem Beerenbruch in Castrop-Rauxel ein Jahr nach dem der Sturm Ela so verheerend auf Pfingstmontag Teile des Ruhrgebietes verwüstet hat.

Pasted Graphic 4
Wenn Euch das Bild und meine Geschichte dazu gefällt, dann teilt diesen Link (www.sally-ruhrgebiet.de) auf Facebook oder liked meine Bilder auf Instagram (sallyruhrgebiet).

Bis bald auf eine neue Geschichte zu einem neuen Projekt.








22.06.2016
Wow jetzt ist es fast ein ganzes Jahr her, dass ich diese Seite erneuert habe.

Und was soll ich sagen. Mir fällt im Moment auch nicht wirklich was ein, was ich hier veröffentlichen könnte.
Also alle meine Fans müssen sich noch ein wenig gedulden. Aber wenn ich im Urlaub Zeit finde etwas zu schreiben poste ich es dann hier bestimmt wieder.

Und es wird bestimmt eine schöne Fotostrecke geben, denn ich muss auf die Jagd nach Heilkräuter gehen.



24.07.2015

Mir ist mal wieder eine Geschichte aus den Fingern geflossen:

Die Frau im Park


03.03.2015

Lest mal was ich in den unendlichen Weiten meines Computers gefunden habe:


Ich habe übrigens ein neues AUTO!! Ja, Ich!! Ein flammneues schwarzes, kleines, sportliches, schickes, und überhaupt super tolles Auto!
Seat Ibiza, 1,4l. / 86 PS, Sportfahrwerk, Sitzheizung!!, Standheizung, und allem Zipp und Zapp!!
 
Nicht nur "Servolenkung" Nee, alles was so eine neue Schleuder heute hat: elektrische Fensterheber, heizbare Aussenspiegel, Thermoverglasung, Klimaautomatik, ABS, ESP, ASR, BAA usw. Sitzhöhen- und längenverstellung, Lenksäulenhöhen- und längenverstellung.
 und und und.
 
Ich kann es noch gar nicht fassen!! Aber er fährt sich...... wie Butter sag ich. Die Schaltung, die Lenkung, die Sitze (Sportsitze natürlich) Die Scheibenwischer, alles funktioniert völlig rappel-, hakel- und knatterfrei. Die Beschleunigung ist so als wären wir auf Schienen und ganz ohne Leistungsloch läßt er sich von Null auf Hundertvierzig durchbeschleunigen. Hach!!
Ich bin begeistert.

Irgendwann in 2011



Das macht wirklich Spass das kleine nun nicht mehr so ganz neue Auto und ich freue mich immer noch jedesmal, wenn ich damit fahre.
Das habe ich absolut richtig gemacht.





27.12.2014

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren
Steht Die Zeit STILL - Atemholen
Und vergeht doch - für den nächsten Sprung


Konzentrische Kreise
Drehen um
Rituale


Freunde treffen
Geburt beweinen
Jahrestag feiern
Tod beweinen
Hochzeitstag feiern
Tag der Beerdigung
Tag der Herz-OP
Tag der Darm-OP
27.August 2008 - Rettung - auf Zeit
Geburtstage
Weihnachten


Zwischen den Jahren
Steht die Zeit STILL - Atemholen
Und vergeht doch - für den nächsten Sprung

Sylvester !!!!




22.12.2014

Ich wünsche allen meinen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Danke an Alle die gestern an Theo und mich gedacht haben.


WeihnachtskarteStern_bearbeitet-1



21.Dezember 2014

Ohne Kommentar

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31.10.2014
Ich kann mich nicht entscheiden welches Bild schönes ist. Mein erster geschnitzter Halloween Kürbis gefällt mir ausnehmend gut.
Er hat den ganzen Abend durch unser Fenster nach draußen geguckt und Angst und Schrecken unter den Vorbeigehenden verbreitet. :-)


2014_10_31_Kürbis01R415YP1040544



Nach einer tollen Radtour mit jede Menge Sonnenschein und Nizzafeeling am Dattelner Meer habe ich meine Herbstdeko noch einmal verbessert.

Nächste Woche ist dann auch der Kürbis dran. Wenn es gut wird kommt ein Photo hier rein.


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